Informationen zur Grundsteuerreform

Das Bundesverfassungsgericht hat die bisherige Erhebung der Grundsteuer für verfassungswidrig erklärt.

Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber ein neues Verfahren für die Erhebung der Grundsteuer entwickelt. Vom 01. Juli bis zum 31. Oktober 2022 werden die Erhebungen zur neuen Grundsteuer von der Finanzverwaltung durchgeführt. Für die Neuberechnung der Steuersätze benötigen die Finanzämter zahlreiche Daten, die Sie als Immobilieneigentümer*in beibringen müssen. Den Eigentümer*innen von Wohngrundstücken werden von der Finanzverwaltung NRW vor Abgabe der Erklärung dieser bekannte wesentliche Angaben schriftlich zur Verfügung gestellt.

Darüber hinaus wird für die Erklärungserstellung ein noch im Aufbau befindliches Geoportal für die Grundsteuer in NRW erstellt, dem Sie nach Fertigstellung die für die Erklärung erforderlichen Daten der Katasterverwaltung und der Gutachterausschüsse entnehmen können. Auch soll ab April eine Service-Hotline zur Verfügung stehen. Die Rufnummer finden Sie ab Freischaltung ebenso wie das Geoportal unter www.grundsteuer.nrw.de.

Grundsätzlich ist vorgesehen, dass die Daten ab dem 01. Juli bis zum 31.10.2022 über das Steuerportal der Finanzverwaltung unter www.elster.de eingegeben werden müssen. Nur für alte und hilfsbedürftige Eigentümer*innen, die nicht über die technischen Möglichkeiten einer digitalen Angabe der Daten verfügen ist als Härtefallregelung eine Abgabe der Erklärung in Papierform möglich. Die dazu erforderlichen Papiervordrucke können mit schriftlichem Antrag bei dem zuständigen Finanzamt angefordert werden.

Ein ab Juli freigeschaltets Portal wird für selbstnutzende Eigentümer*innen in einfachen Fällen eine Übermittlung der Erklärung ohne ELSTER ermöglichen. Der Online-Service "Grundsteuererklärung für Privateigentum" soll Standardfälle abdecken und im Vergleich zu ELSTER die Abgabe der Erklärung vereinfachen. Der Service ist für Ein- und Zweifamilienhäuser, Eigentumswohnungen und unbebaute Grundstücke vorgesehen. Nähere Einzelheiten finden Sie hier:

» www.grundsteuererklaerung-fuer-privateigentum.de

In NRW hat sich das Landesfinanzministerium für die Erhebung der Grundsteuer nach dem sogenannten „Bundesmodell“ entschieden. Dieses komplizierte Verfahren erfordert die Angabe folgender Daten:

  • Grundbuchdaten (Gemarkung, Flur, Flurstück)
  • Art der Nutzung,
  • Bodenrichtwert, (zu entnehmen aus www.grundsteuer-geodaten.nrw.de )
  • Aktenzeichen des bisherigen Einheitswertes,
  • Wohnfläche,
  • Art der Immobilie,
  • Anzahl der Wohnungen und ihre Größe,
  • Anzahl Garagen und Stellplätze,
  • Gebäudealter, ggf. Zeitpunkt einer Kernsanierung
  • Grundstücksfläche

Die Ermittlung der Wohnfläche findet nach der Wohnflächenverordnung statt. Nicht zur Wohnfläche gehören Keller- und Abstellräume oder Speicherräume im Dachboden. Wohnräume im Dachgeschoss, Balkone und Terrassen werden besonders berechnet. Kennen Sie Ihre Flächen nicht, sollten Sie diese z. B. durch einen Architekten aufmessen lassen.

Abgabefrist bis zum 31. Oktober 2022

Beachten Sie unbedingt die Abgabefrist für die Erklärung bis zum 31. Oktober 2022. Bei Fristversäumnis drohen erhebliche negative Folgen.

Die Finanzverwaltung kann dann eine Schätzung durchführen, die meist zu ungünstigeren Werten führt, als die Angaben die der Steuerpflichtige macht und zusätzlich einen Verspätungszuschlag festsetzen.

Sofern Sie die Erklärung nicht selbst abgeben möchten oder abgeben können, wenden Sie sich an eine*n Steuerberater*in. Bereiten Sie sich auf den Termin mit der Beratungsperson vor, indem Sie die notwendigen Angaben und Unterlagen rechtzeitig zusammenstellen.

Eine Klickanleitung der Finanzverwaltung Rheinland Pfalz (Bundesmodell wie NRW) für die Abgabe der Erklärung über www.elster.de finden Sie hier:

» Zur Benutzerhilfe

Einen erklärenden Film zur Grundsteuer der Finanzverwaltung finden Sie hier:

» Zum Film